Datenfernübertragung per Modem, ISDN oder
FTP
Datenübertragung per Modem, ISDN oder FTP bietet
sich an, wenn kleinere Dateien verschickt werden sollen oder wenn
Termindruck keine andere Wahl lässt. Wenn man entsprechend
schnell an das Internet angebunden ist und auf dem FTP-Server
genügend Platz zur Verfügung steht, ist die Datenübertragung
per FTP eigentlich die beste Methode der Datenübergabe.
Die einfachsteMöglichkeit ist, die Datei
als Anlage einer E-Mail anzufügen. Hierbei ist egal, ob auf
der einen Seite ein Modem über analoges Telefonnetz und auf
der anderen Seite ein DSL- oder ISDN-Anschluss die Daten
senden bzw. empfangen. Zu beachten ist, dass die Provider
die Größe des Speichers pro Nutzer begrenzt haben (z.
B. Telekom derzeit 20 MB), so dass eine E-Mail maximal so
groß sein kann. Anstandshalber sollte man auch noch ein
paar kBytes für andere Nutzer, die auch eine E-Mail senden
wollen, übriglassen ...
Arbeiten Sender und Empfänger auf unterschiedlichen Betriebssystemen
oder mit unterschiedlicher eMail-Software, so muss beachtet
werden, dass bei den Dateianhängen die Namenskonventionen
des empfangenden Rechners beachtet werden. So kann z.B. eine Datei
von einem Mac, die auf einem Windows-Rechner geöffnet wird
und deren Anhang im Dateinamen ein "/", ":"
oder "\" enthält, nicht abgespeichert werden. Bei
den Dateinamen sollte man Umlaute und Sonderzeichen weglassen
und evtl. auch den Dateityp durch die unter Windows verwendete
Endung kennzeichnen.
Wenn der Empfänger für seine Kunden eine Mailbox eingerichtet hat, ist es auch relativ einfach, die Daten dorthin zu übertragen. Sie müssen nur mit einem Terminalprogramm die Nummer der Mailbox des Empfängers wählen, und dann den Anweisungen der Mailbox folgen. Mailboxen sind gewöhnlich für geschlossene Benutzergruppen angelegt, so dass man nur mit Kennung und Paßwort Zugang hat. Erstbenutzer bekommen aber gewöhnlich mit der Kennung "Gast" oder "Guest" Zugang, können sich dann anmelden und ihr Paßwort eingeben und haben beim nächsten Anwählen der Mailbox unter ihrer Kennung und ihrem Passwort Zugriff auf alle freigegebenen Funktionen wie Datenübertragung, Telesoftware herunterladen usw. Bei Mailbox-Datenübertragung müssen auf beiden Seiten die Modemeinstellungen übereinstimmen, so dass zwar unterschiedlich schnelle Modems miteinander kommunizieren können, nicht aber ein Modem mit einem ISDN-Anschluss. Mailboxen sind inzwischen recht selten geworden, da über das Internet und FTP viel einfacher Daten ausgetauscht werden können.
Modem-Direktverbindung zwischen zwei Rechnern setzt voraus, dass an beiden Rechnern gleich konfigurierte Modems vorhanden sind und auf beiden Rechnern ein Terminalprogramm läuft. Ein Rechner wählt die Telefonnummer, an der das Modem des anderen Rechners angeschlossen ist, das Terminalprogramm nimmt entweder automatisch den Anruf entgegen oder der Benutzer muss mit dem Befehl "AT A" sein Modem veranlassen, abzuheben und die Verbindung zur Gegenstelle aufzunehmen. Ab dann können sich beide Benutzer über die Tastatur verständigen. Jeder sieht auf seinem Monitor, was der andere über die Tastatur eingibt. Will man seine eigenen Eingaben auch sehen, muss man die Option "lokales Echo" an seinem eigenen Terminalprogramm einschalten. Zum Übertragen von Dateien bedient man sich der Befehle "upload" bzw. "download" des Terminalprogrammes. Danach braucht man nur noch die Datei auswählen und los geht's.
Bei ISDN gehen Direktverbindungen nicht über ein Terminalprogramm, sondern über ein Filetransferprogramm. Hier ist es allerdings nicht möglich, über die Tastatur mit der Gegenstelle zu kommunizieren, das macht aber nichts, da man bei ISDN zwei Telefonleitungen hat, so dass man auf der anderen Leitung noch anrufen kann. Die Geschwindigkeit der Datenübertragung lässt sich verdoppeln, indem der zweite ISDN-Kanal auch noch für die Datenübertragung genutzt wird. Dann ist aber gleichzeitiges Telefonieren nicht mehr möglich. Inzwischen sind die Programme unterschiedlicher Hersteller und auf verschiedenen Betriebssystemen einigermaßen kompatibel, so dass, wenn auf beiden Seiten das gleiche Protokoll eingestellt ist, die Datenübertragung auch über verschiedene Programme und Betriebssysteme funktioniert.
FTP-Datenübertragung (FTP = File Transfer Protocol)
ist, wenn einer der beiden Partner über einen FTP-Server
im Internet verfügt oder den FTP-Dienst eines Providers nutzen
kann, eine preiswerte und schnelle Methode der Datenfernübertragung.
Dabei ist es egal, wie beide Partner an das Internet angebunden
sind und mit welchem Betriebssysten sie arbeiten, jeder kann mit
einem FTP-Programm und seiner maximalen Zugangsgeschwindigkeit
Daten herauf- oder herunterladen. Die Dateigröße spielt
hierbei keine Rolle, wenn nur auf dem Server genügend Platz
ist. Das ist optimal wenn man eine Standleitung oder DSL hat,
da hierbei die ISDN-Leitungen für andere Dienste frei bleiben.
Um Zugang zu einem FTP-Server zu erhalten, muss man dessen
IP-Adresse (z.B. 111.111.111.111) oder URL (www.irgendeinServer.de)
einen freigegebenen Benutzernamen und ein dazugehöriges Passwort
wissen, dann hat man mit einem FTP-Programm oder einem Internet-Browser
Zugang zu den freigegebenen Ressourcen auf dem FTP-Server und
kann die für den angemeldeten Benutzer freigegebenen Aktionen
ausführen. Ein sehr komfortables FTP-Freeware-Progrann unter
Windows ist "LeechFTP" von Jan Debis, das aber leider
nicht mehr weiterentwickelt wird.
Unter Linux/UNIX ist das Programm "sitecopy" verfügbar,
mit dem man seine lokalen Ordner mit dem Ordner auf dem FTP-Server
über FTP synchronisieren kann. Wir z.B. haben unseren lokalen
Server so eingerichtet, dass er aller 15 Minuten auf unserem
angemieteten FTP-Server im Internet nachschaut, ob sich etwas
verändert hat und falls ja, die geänderten Dateien sofort
synchronisiert werden. Unter Windows ist auch ein ähnliches
Programm verfügbar und ich denke, auch für den Mac sollte
es so etwas geben.
Grundsätzlich ist Datenübertragung innerhalb der Windows95/98/XP-Umgebung auch noch möglich, indem man eine DFÜ-Netzwerkverbindung oder ein File-Sharing-Programm einrichtet (aber wer lässt schon gern einen Fremden auf sein Computernetz zugreifen?), diese dürften aber aus den in Klammern stehenden Gründen ausfallen.
Für welche Art der Datenübertragung man sich entscheidet, hängt sicher von den Möglichkeiten beider Seiten ab, so dass man keine konkrete Empfehlung geben kann.